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Im Schatten der Türme von St. Maria zur Wiese - der einzigartigen gotischen Hallenkirche von zeitloser Schönheit - steht auf dem Gelände ihrer Dombauhütte ein historisches Fachwerkgebäude. Es war die Scheune eines ehemaligen, alten Hofgutes im Stadtkern von Soest und diente in seiner letzten Nutzungsperiode noch bis etwa 1970 als Speicher einer Futtermittelhandlung. Aufgrund der typischen Beschaffenheit und der in vielen Teilen erhaltenen Originalsubstanz lassen sich an diesem Gebäude direkt Aufschlüsse gewinnen über die Stadt- und Siedlungsentwicklung sowie über die frühere Einheit von Wohnen und Arbeiten. 1987 wurde die Scheune in die Denkmalliste der Stadt Soest eingetragen.

Der Dombauverein erwarb 1990 durch den Kauf des Geländes zur Neuerrichtung der Dombauhütte das inzwischen nahezu unnutzbar gewordene Scheunengebäude mit. Nach Fertigstellung des Komplexes der Bauhütte, mit der Steinmetzwerkstatt und dem Verwaltungs- und Schulungsgebäudes, sowie besonders bedingt durch die immense Aufgabe in der Finanzierung der Wiederherstellung der Turmschäfte der Wiesenkirche, hatte der Dombauverein als Eigentümer keine Mittel mehr, dieses Fachwerkgebäude zu erhalten. Die Scheune, gleichwohl unter Denkmalschutz gestellt und charmantes historisches Zeugnis mitten in Soest, geriet weiter in den Verfall und stand kurz vor dem unrettbaren Verlust.  

Durch das Land Nordrhein-Westfalen gelang es, gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der NRW-Stiftung "Naturschutz, Heimat und Kulturpflege", die Finanzierung für ein Sanierungs- und Nutzungskonzept aufzustellen. Zudem förderte die NRW-Stiftung NATUR, HEIMAT, KULTUR die Einrichtung zu einem Grünsandsteinmuseum und Lapidarium St. Maria zur Wiese.

Gemäß dem Auftrag von Dombaumeister Jürgen Prigl erarbeitete Herr Dipl.-Ing. Albrecht Droste, gelernter Zimmermann und erfolgreicher Ingenieur und Statiker, zum Schluss seiner beruflichen Laufbahn ein bravouröses und denkmalgerechtes Sanierungskonzept. Das im Benehmen und mit Beratung der Unteren Denkmalbehörde in Soest sowie mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege in Münster bis in wichtigste Ausführungsdetails aufgestellte Vorhaben überzeugte die Experten und Gremien der Geldgeber durchweg. Die konkrete Sanierung des Gebäudedenkmals wurde ab Juni 2005 innerhalb eines Jahres zeitlich und finanziell punktgenau durchgeführt. Das Zusammenwirken zwischen Bauherr, Planer u. Bauleiter, begleitendem Denkmalschutz und den ausführenden ortsansässigen Handwerksbetrieben klappte sehr gut in dieser reizvollen Aufgabe, dessen Gelingen sich die Stadt Soest von Beginn an verdienstvoll mit angenommen hat.

Im Anschluss an die Gebäudesanierung folgte sogleich die museale Einrichtung rund um das Thema Grünsandstein. Im Erdgeschoss dargestellt sind Informationen zu den betreffenden Wissenschaften, wofür der Geologische Dienst NRW hinzu gewonnen wurde. Im Obergeschoss befinden sich zahlreiche Fragmente und Beschreibungen von nicht mehr existierenden Soester Kirchen und Klöstern sowie Informationen zur Steinbearbeitung. Zudem kann ein Film besehen werden, den der WDR nach Ausstrahlung im Fernsehen für dieses Museum zur Verfügung stellte. Im Dachstuhl wird über die historische Baukunst und die Restaurierung informiert. Exponate und Fundstücke aus den Steinbrüchen von Anröchte sowie von Persönlichkeiten, die Liebhaber dieser Materie sind, komplettieren dankenswerter Weise die Einrichtung.

Das Grünsandsteinmuseum steht der Öffentlichkeit seit September 2006 zur Verfügung. Die offizielle Eröffnung nahm der Minister für Bauen und Verkehr des Landes NRW, Herr Oliver Wittke, persönlich vor.